Der Verein stellt sich vor
 

Der Kulturverein Harheim ist ein gemeinnütziger Verein zur Förde-rung kultureller und historischer Belange im Stadtteil Harheim. Er gründete sich 1983 um sich für die Gestaltung des Ortsmittelpunkts am Alten Kirchplatz anlässlich der 1200-Jahr-Feier im Jahre 1986.

 

Er setzte sich für die Gestaltung des Ortsmittelpunkts ein und legte einen Gestaltungsvorschlag vor. Den Zuschlag erhielt der Plan des Architekten Carsten Henze, Kronberg. Danach erhielt der Kirchplatz eine ovale Fußgängerzone, flankiert von einem dreistufigen Segmentbrunnen mit der Figur des Apostels Jacobus d. Ä., dem Harheimer Kirchenpatron, und einem Kirchengrundriss mit einem Kruzifix aus Buntsandstein am Platz der ehemaligen gotischen und barocken Jakobuskirchen. Der Platz in rotem Buntsandstein harmoniert mit der angrenzenden, von Friedrich Wilhelm Weiler errichteten Häuserzeile aus roten Backsteinen und fränkischen Giebeldächern. 2011 veranlasste der Verein die Überdachung des Kruzifixes im Kirchengrundriss am Alten Kirchplatz.

Zu den Gründungsmitgliedern im Vorstand zählten 1983 auch Bauunternehmer Wilhelm Friedrich Weiler (1929-1993), Grafiker Heinrich Müller (1926-1993) und Altbürgermeister Jakob Quirin (1922-1995), der der Gemeinde als letzter Bürgermeister von 1945 bis zu ihrer Eingemeindung nach Frankfurt 1972 vorstand. Wir bewahren den Verstorbenen ein ehrendes Andenken.

 

Im ersten Stock des Rathauses eröffnete der KVH ein Heimatmuseum, das ad hoc zum Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag des 2. Advents geöffnet ist. Es zeigt neben einer Heimatstube bedeutende Urkunden als Faksimile chronologisch aus der Harheimer Geschichte, teilweise auch mit der Übertragung aus dem Mittelhochdeutschen, beginnend mit der Ersterwähnung "Horeheim" 786 im Lorscher Kodex, dem Landtausch Ludwigs des Frommen 817 einschließlich "Horaheim", Abschriften des Mönchs Eberhand von Fulda mit der Erwähnung "Horheim" (Codex Eberhardi), der Stiftung des Cunrat von Horheim 1374 (Bartholomäusstift-Urkunde Nr. 1128), dem Verkauf Harheims durch die Eppsteiner an die Reichsstadt Frankfurt 1435, über Weistümer des Dorfgerichts, Weidegerichts und Dinghofs, die Kurmainzer Zehntordnung u.a. bis zur Zehntablösung 1843. Es wechselt jährlich eine Fotoausstellung aus der dörflichen Vergangenheit mit Bildern, die Martin Müller 1986 zur 1200-Jahr-Feier weitgehend zusammengestellt hat.

 

Unter Anleitung des Künstlers und Holzbildhauers Peter Meier schufen Mitglieder des Vereins eine lebensgroße, selbstgeschnitzte Weihnachtskrippe, die zum jährlichen Weihnachtsmarkt im Kirchengrundriß am Alten Kirchplatz aufgestellt wird. Ferner setzte der Verein vor dem Bürgerhaus dem Geh. Sanitätsrat Dr. med. Jakob Bockenheimer (1837-1908), einem bedeutenden Chirurgen in Frankfurt a.M. aus Harheimer Familie, ein Denkmal, eine Bronzebüste auf steinernem Sockel, vor dem Bürgerhaus.

 

1997 setzte der Verein unter Mitwirkung der Unteren Naturschutzbehörde eine Silberweide von 4m Höhe als "Gerichtsweide" im Harheimer Ried an der Harheimer und Massenheimer Riedgrenze bei der Flur Riedhalsgewann. Laut Urkunde von 1756 steht die Weide an historischer Stelle. Sie erinnert an das alte Weidegericht der Allmende der drei Dörfer Vilbel, Harheim und Massenheim. Es tagte seit dem früheren Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts jährlich am Pfingstmontag. Seine Geschichte ist in der Broschüre "Beiträge zur Harheimer Geschichte", die im Rathaus erhältlich ist, dargestellt. Nachdem der Sturm die Gerichtsweide im heutigen Naturschutzgebiet gefällt hatte, wurde 2011 eine Gerichtslinde auf der Grünfläche davor mittig gesetzt.

 

Mit Genehmigung der Stadt errichtete der Verein einen Grenzsteingarten (Lapidarium) am Kapellchen in der Eschbachaue, wo Grenzsteine aufgestellt werden, die aus verschiedenen Gründen nicht am originären Standort verbleiben können. Es handelt sich vorrangig um Hoheitsgrenzsteine von vormaligen Landes- oder Hoheitsgrenzen, z.B. einen Dreimärker von 1786, vereinzelt auch um Gütersteine, z.B. den des Hospitals zum Hl. Geist von 1719 als Replik. 1998 wurden der Stein Nr.1, der 1993 aus 3,80m Tiefe an originärer und verschütteter Stelle im Ried geborgen wurde, und ein Kreuzstein aufgestellt, die beide an der Grenze zu Massenheim und zum Ried standen, laut Grenzbeschreibung von 1619 und 1668 in "2 1/2 Schuh" Entfernung. Der Verein hat 36 Grenzsteine dokumentarisch erfasst, die ober- oder unterirdisch an Harheims Grenzen stehen oder standen. Sie wurden als Kleindenkmale vom Hess. Ministerium für Wirtschaft, Technik und Verkehr, Wiesbaden, aufgenommen. Die Grenzsteine als Vermessungspunkte sind Denkmale, deren Entfernung geahndet wird. Einen Stein von 1842 und zwei weitere gestohlene Grenzsteine hat der Verein durch Repliken ersetzt. Er stellte dort 2004 ein Kreuz aus Porphyr mit dem Relief "Jesus und seine Jünger", gefertigt vom Steinmetzen Erhard Paulus, anlässlich der Einweihung der Bonifatius-Route Mainz-Fulda im 1250. Todesjahr des Bonifatius 2004 auf. Die Route verläuft am Grenzsteingarten und Bürgerhaus vorbei.

 

1998 brachte der Verein eine Gedenktafel aus Buntsandstein am Haus Alt Harheim 2 an. Es steht an der Stelle des ehemaligen Königsteiner Dinghofs, erwähnt von 1378 bis 1803. Nach den "Flurnamen" (Bd. 61) erschien 1997 der Aufsatz "Harheimer Bodenfunde" von D. Wendler als Sonderdruck aus dem Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Bd. 63, und 2001 Broschüre "Harheimer Rechtsregeln im späten Mittelalter. (Frankfurt)-Harheim betreffende Urkunden, Rentenverzeichnisse und Weistümer aus dem 14. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts" im Selbstverlag, ISBN 3-00-008015-5. Verwiesen wird auf die Chronik "Harheim", Frankfurt/M. 1985, herausgegeben von der Frankfurter Sparkasse von 1822 (Polytechnische Gesellschaft) und die sie ergänzenden "Beiträge zur Harheimer Geschichte", Frankfurt/M. 1985, herausgegeben vom Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberursel (Taunus) e.V., von D. Wendler. Der KVH brachte zwei Broschüren heraus mit Bildern Harheims und Poesie.

 

Der KVH stellt im Stadtteil und in der Gemarkung an markanten Stellen Schilder auf. Sie stehen auf der "Bleiche", im Ried an der Riehalsstraße und am Born mit Informationen zur Geschichte. Auch gesellige Veranstaltungen kommen nicht zu kurz. Der Kulturverein veranstaltet jährlich einen Neujahrsempfang mit Beiträgen aus Dichtung und Kunst, Vorträge und Ausflüge zu historischen und anderen interessanten Stätten, z.B. zur Bonifatiusquelle und Stätte der karolingischen Urpfarrei Crutzen im Kalbacher Feld oder zum Harheimer Gemeindewald mit Weißer Mauer, und führt Grenzbegehungen, Gemarkungsspaziergänge und Museumsbesuche durch. Nicht nur die Flurnamen-, sondern auch die Erforschung galloromanischer Sprachreste in unserem Raum zählen zu seinem Tätigkeitsfeld.
Sommerfeste mit Kindern u. a. mit Schatzsuche, Puzzle oder Schnitzeljagd stehen gleichfalls auf dem Programm.

 

Der Verein hat zur Zeit 67 Mitglieder. Möchten Sie nicht ebenfalls beitreten (Jahresbeitrag € 15 und für Rentner und Schüler € 8)?

Sie sind herzlich willkommen!

Und hier können Sie die Satzung des Vereins einsehen:

 

Der Vorstand

(Dr. Dagmar Wendler, Margot Schäfer, Ingo Leibold, Dr. Ute Spoerel, DR. Frank Somogyi)

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